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Apr

Elternzeit für Großeltern

Bereits im Januar 2009 wurde die Rechtsprechung zum Thema Elternzeit geändert. So können mittlerweile nicht mehr nur leibliche Eltern die Elternzeit in Anspruch nehmen, sondern diese – unter bestimmten Voraussetzungen – an die Großeltern übertragen. Damit sollen besonders junge Eltern dabei unterstützt werden, Kindererziehung und Ausbildung „unter einen Hut“ zu bekommen.

 

Die Voraussetzungen

Die Großeltern können zur Betreuung des Enkelkindes dann Elternzeit beantragen, wenn ein Elternteil minderjährig ist, oder sich im letzten oder vorletzten Jahr einer Ausbildung befindet, die er vor Vollendung des 18. Lebensjahres begonnen hat. Außerdem müssen die Senioren im selben Haushalt leben wie das Enkelkind und nachweisen, dass sie das Kind selbst betreuen und erziehen. Zudem dürfen die Eltern des Kindes nicht selbst Elternzeit nehmen.

Eltern dagegen, die bereits voll im Berufsleben stehen, können ihren Anspruch auf Elternzeit auch in Zukunft nicht auf die Großeltern übertragen. Das Ziel der Neuregelung ist lediglich, junge Familien in einer Notsituation zu unterstützen. Der Grundsatz, dass sich vorrangig die Eltern selbst um die Betreuung ihres Kindes kümmern sollen, gilt auch weiterhin

Die Vor- und Nachteile einer Übertragung

Wie bereits angesprochen, unterstützt die Regelung besonders junge Familien. Es wird den jungen Eltern ermöglicht, die schulische oder berufliche Ausbildung trotz Kind fortzusetzen und so später ein geregeltes, finanziell unabhängiges Familienleben führen zu können. Kritisch ist allerdings zu sehen, dass sich die Bindung der Eltern zum Baby zwar recht schnell festigt, eine stabile Bindung des Babys zu den Eltern allerdings langsam im Laufe der ersten sechs bis acht Monate entsteht. Diese Bindung könnte leiden, wenn die Eltern nicht für die Betreuung des Kindes zur Verfügung stehen.

Neueste Entwicklungen

In jüngster Zeit werden Diskussionen laut, die Regelung der Elternzeitübertragung auszuweiten. Grund dafür ist, dass die Großeltern laut Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bereits heute in 51% der Familien fest in die Kinderbetreuung eingebunden sind. So sollen die betroffenen Senioren zukünftig beispielsweise eine Arbeitsplatzgarantie erhalten, wenn sie wegen der Betreuung des Enkels befristet aus dem Job aussteigen. Zudem wird darüber nachgedacht, das so genannte „Großelterngeld“ einzuführen, wenn die Eltern auf das Elterngeld verzichten.

 

Bildquelle: Grandparents and grandsons © Stuart Monk | Dreamstime.com

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