29
Aug

Altersteilzeit: Der sanfte Übergang in die Rente

Das Konzept der Altersteilzeit soll Arbeitnehmern ab dem 55. Lebensjahr einen gleitenden Übergang in den Altersruhestand ermöglichen. In einem entsprechenden Betriebsrat Seminar können Sie sich als Vertreter der Arbeitnehmerschaft das Rüstzeug für eine intensive Mitgestaltung und ein argumentatives Mitspracherecht gegenüber der Geschäftsleitung aneignen. Schließlich gibt es bei diesem komplexen Thema auch für einen Betriebsrat viele Details zu beachten.

Rentenprobleme sind nicht alleine durch kurzfristige Maßnahmen zu lösen

Mit Altersteilzeitmodellen sollen Probleme im Rahmen der Rentenversicherung in Deutschland abgefedert werden. Und "Baustellen" gibt es hier mehr als genug. Auf Grund des demografischen Wandels ist die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre längst beschlossen: 2029 soll diese Umstrukturierung endgültig abgeschlossen sein.

Des Weiteren versucht der Gesetzgeber zum Beispiel durch steigende Beitragssätze für Arbeitnehmer oder durch ausgerufene Nullrunden für Rentner eine gewisse Entlastung hinsichtlich der Rentenproblematik zu erreichen. Kurzfristig können diese Maßnahmen sicherlich einen positiven Effekt aufweisen, aber eine langfristige positive Wirkung ist laut Rentenexperten eher nicht zu erwarten.

Priorität sollte daher der Weiterbeschäftigung oder gar Einstellung von älteren Mitarbeitern eingeräumt werden. Dies ist auf den ersten Blick aber nur schwerlich umzusetzen. Wenn Sie sich die entsprechenden Statistiken anschauen, werden Sie feststellen, dass der Großteil der Unternehmen in Deutschland sich immer noch schwer damit tut, ältere Menschen überhaupt einzustellen.

Die Möglichkeit der Altersteilzeit soll die Rentenkasse entlasten

Durch das längere Halten von Mitarbeitern bis zum 67. Lebensjahr in den Unternehmen können diese länger in die Rentenkasse einzahlen - dies ist der wohl grundsätzliche Gedanke hinter den Altersteilzeitmodellen seitens des Gesetzgebers. Aus "sozial verträglicher" Sicht soll ihnen so ein sanfter Übergang in das Rentner-Dasein ermöglicht werden. Für diese Belange rund um die Sozialverträglichkeit ist auch immer der Betriebsrat zuständig.

Daher müssen die Betriebsratsmitglieder nicht nur stets das Betriebsverfassungsgesetz im Auge behalten, sondern gerade im Hinblick auf komplexe Themen wie die Altersteilzeitmodelle auch über einen aktuellen Wissensstand verfügen. Wenn Sie in diesem Fall ein themenspezifisches Betriebsrat Seminar besuchen, erhalten Sie sämtliche Informationen rund um Altersteilzeitmodelle und -gesetzgebungen; wichtig ist es dabei vor allem, dass Sie so stets Argumente parat haben, die einen Arbeitgeber von einem der beiden Altersteilzeitmodelle überzeugt.

Sie haben die Wahl zwischen Teilzeitmodell und Blockmodell

Es bestehen momentan zwei verschiedene Modelle, wie ältere Arbeitnehmer Ihre Altersteilzeit (ATZ) begehen bzw. gestalten können. Das Teilzeitmodell setzt dabei auf eine gegebene Kontinuität der Beschäftigung. Der Arbeitsplan ist in diesem Fall frei verhandelbar.

Der Arbeitnehmer hat die Wahl: Möchten er lieber vormittags arbeiten, an bestimmten Tagen oder wochenweise tätig sein? Demgegenüber muss er sich beim so genannten Blockmodell mit zwei Zeit-Phasen arrangieren, die als tatsächliche Arbeitsphase und als Freizeitphase deklariert werden. Das bedeutet, dass dem Arbeitnehmer eine mögliche Altersteilzeit schon während der Vollzeitbeschäftigung angerechnet wird. Er erhält dann während des vereinbarten Zeitraums durchweg ein Teilzeitgehalt. Allerdings ist das Blockmodell auf eine Dauer von drei Jahren beschränkt.

Es gibt noch weitere Kriterien, die als Voraussetzung für eine Altersteilzeit eine Rolle spielen. Mindestens 1080 Kalendertage müssen ältere Arbeitnehmer einer Vollbeschäftigung nachgegangen sein, bevor sie Anspruch auf ATZ haben. Aber auch der Arbeitgeber hat einzuhaltende Pflichten rund um die Höhe des Gehalts und erforderliche Antragsstellungen. Zudem ist der Arbeitgeber zum Zwecke des Ausgleichs bezüglich der Altersteilzeit verpflichtet, Neueinstellungen zu tätigen oder die Übernahme von Auszubildenden zu garantieren.

 

Bildquelle: Man working on his laptop © Wavebreakmedia Ltd | Dreamstime.com

 

Weitere Artikel

Mit der Nutzung dieser Seite erkläre ich mich damit einverstanden, dass in meinem Browser Cookies gespeichert werden. Mehr Infos darüber, welche Daten verarbeitet werden, finden Sie, wenn Sie auf "Datenschutz Info". Wenn Sie prinzipiell ein Problem damit haben, dass beim Besuch von unserer Website irgendwelche Daten gesammelt werden könnten, dann verlassen Sie die Seite bitte JETZT! To find out more about the cookies we use and how to delete them, see our privacy policy.

I accept cookies from this site.
EU Cookie Directive plugin by www.channeldigital.co.uk